Ein wenig traurig blickten die Sachsenligahandballer schon, als sie kurz nach 22:00 Uhr aus dem Mannschaftsbus kletterten, der sie nach dem Gastspiel an der Neiße zurück ins heimische Erzgebirge gebracht hatte. Bei der heimstärksten Mannschaft der Liga hatten sie lange Zeit das Spiel bestimmt und durch eine kurze Schwächephase zwischen der 50.- und 55. Minute letztlich doch den möglichen Sieg vergeben. Gerade mal einen Kilometer vor der polnischen Grenze sahen 400 Zuschauer in der gut gefüllten Jahnsporthalle eine ausgeglichene Startphase. Eine 1-Tore-Führung wechselte beständig hin und her, ehe die weit gereisten Gäste begannen der spannenden Begegnung ihren Stempel aufzudrücken. Bei einer besseren Chancenverwertung wäre zur Halbzeit sogar eine höhere Führung als das 13:11 möglich gewesen, das nach 30 Minuten von der Anzeigetafel leuchtete. Nach der Kabinenpredigt von Görlitz-Trainer Carsten John kamen die Gastgeber schwungvoller in die zweite Halbzeit. Der Zwönitzer Vorsprung schwand zusehends dahin. Zum Knackpunkt sollte wieder einmal die schwache Trefferquote bei Strafwürfen werden; 3 von 4 HSV-Versuchen landeten bei den Görlitzer Torhütern. Die Hausherren ließen sich nun nicht lange bitten, sondern eroberten die Führung nach 50 Minuten erstmalig wieder zurück. Aus dem 24:23 machten die Görlitzer eine 28:25 Führung, wobei ihnen einige gegen Zwönitz durchaus zurecht ausgesprochene Zeitstrafen entgegen kamen.



Zu bemängeln war hierbei allerdings, dass die gleichen Vergehen auf Seiten der Koweg-Männer ohne die angemessenen Strafen blieben. Während die Zwönitzer „Trikotzupfer“ den Weg zur Strafbank antraten, wurde dem HSV-Torjäger Wladimir Holec das Hemd im allerwörtlichsten Sinne vom Leib gerissen, ohne das die zupackenden Männer von der Neiße deswegen gleichermaßen bestraft worden wären. In den Schlussminuten versuchten die HSV-er es noch einmal mit der „Brechstange“, doch die Gastgeber brachten ihren Vorsprung letztlich clever über die Zeit.
Zwönitz: Ranft, Stopp; Hartenstein (8), F. Schuster (5), Holec (4), Sajenew (4/1), Schmidt (3), M. Schuster (3), S. Köhler (1), Süß, Kinder, Brömmer
Görlitz: Purschke, Matthieu; Türkowsky (9/5), Kuwano (8), Krause (7), Brendler (4), Vogt (2), Noack (1), Rechner, Michel, Meißner, Masat
Schiedsrichter: Tom Nestler / Maurice Rotter (Bischofswerda / Rietschen)
7-Meter: Görlitz 5/5, Zwönitz 1/4
2-Minuten: Görlitz 6 / Zwönitz 8
Zuschauer: 400
Rei.
Handball Sachsenliga
– Zwönitz nach großem Kampf ohne Lohn
SV Koweg Görlitz : Zwönitzer HSV 1928 31:28 (11:13)