Keine Chance beim Spitzenreiter
Es ist wohl das Privileg eines Spitzenreiters mit unbedingtem Aufstiegswillen, dass in manchen Spielen auch mal die „Axt im Walde" aufgetragen wird, um gar nicht erst in eventuelle Nöte zu geraten. So gesehen widerfuhr den Sachsenligahandballern des Zwönitzer HSV 1928 am Wochenende beim Tabellenführer LHV Hoyerswerda ein Déjà vu der besonderen Art. Denn wie im vergangenen Jahr, als die Zwönitzer als das Überraschungsteam der Liga auswärts beim Spitzenreiter SC DHfK Leipzig gleich am Anfang Tomas Martinek und Karel Vit nach harten Attacken verloren, mussten die 28-ern auch beim eigentlich eher befreundeten Team aus „Hoywoy" gleich nach dem Anpfiff feststellen, dass der ambitionierte Aufsteiger nicht gewillt war, die Zwönitzer auch nur ansatzweise an der Chance schnuppern zu lassen, das Ergebnis wieder knapp zu gestalten. In den letzten beiden Auftritten verloren die Erzgebirgler in der Zusestadt nämlich jeweils nur knapp mit zwei Toren. Um es vorweg zu nehmen: Es war kein überhartes Spiel. Aber insbesondere mit Mirko Köhler und Sven Hartenstein hatten die Gastgeber wohl noch eine Rechnung aus dem letzten Auswärtsspiel offen, welches man bekanntlich in Zwönitz verlor. Es waren noch keine 90 Sekunden gespielt, da hatte es vom gleichen Spieler der Einheimischen zweimal gekracht. Für Mirko Köhler war das Spiel mit einer durchgebissenen Lippe damit beendet, Sven Hartenstein konnte nach einer Behandlung aber glücklicherweise weiterspielen.



Die betreffende "Axt im Walde" wanderte leider nur zu einer Zweiminutenstrafe, fest dürfte aber auf alle Fälle stehen, dass man sich das Gesicht in den Zwönitzer Reihen wohl sicherlich merken wird. Handball wurde danach nun aber auch gespielt. Dies sah für den HSV in den ersten 10 Minuten gar nicht so schlecht aus, denn bis zum 3:3 konnte man die Gastgeberführungen ausgleichen. Danach stellte LHV-Trainer Allonge allerdings seine Abwehr auf ein 6:0-System um. Auf Grund der ohnehin schon fehlenden Rückraumspieler Tomas Martinek sowie Denny Brömmer und dem nun noch dazugekommenen Ausfall von Mirko Köhler war die Durchschlagskraft der Erzgebirgler nun sichtlich beschnitten, um den Abwehrriegel der Hausherren zu knacken. Die Folge war, dass der Tabellenführer auf 9:4 (16.) davonzog. Da man zudem klarste Chancen gegen Hoywoys Keeper Reißky liegenließ, stand schon zur Halbzeit ein klarer 10:18-Rückstand zu Buche. Im zweiten Durchgang änderte sich am Gesamteindruck nicht allzuviel. Die 28-er standen insgesamt in der Defensive recht passabel, bekamen allerdings leider Gastgebershooter Nick Widera nie in den Griff, der mit seiner beachtlichen Athletik immer wieder aus dem Rückraum traf und am Ende zehnmal erfolgreich war. Im eigenen Angriff erhöhte sich die Anzahl der Zwönitzer Fehlwürfe auf insgesamt 24. Auch dies durfte man sich gegen den Spitzenreiter, der solche Fehler als Einladung zu Tempogegenstößen versteht, natürlich nicht leisten. So wuchs der Rückstand beständig und man verlor am Ende nicht zuletzt auf Grund der fehlenden Optionen auf der Wechselbank noch deutlich.
Zwönitz: Ranft, Stopp; Köppa (8/5), Kinder (2), F. Schuster (2), Hartenstein (3), M. Schuster (2), Sajenev (2), M. Köhler, Süß, A. Schuster, S. Köhler
7m: Hoyerswerda: 3/1 Zwönitz: 5/5
2min: Hoyerswerda: 8 Zwönitz: 8