Sachsenmeister Punkt abgetrotzt
Es war ein denkwürdiger abschließender Spieltag der Serie 2010/2011. Bereits vor dem Spiel des Zwönitzer HSV 1928 gegen den Sachsenmeister LHV Hoyerswerda herrschte Gänsehaut pur auf dem Parkett, als die HSV-Männer mit gut 40 einheitlich gekleideten Handballkids des Vereins einliefen und im Anschluss der LHV für seinen Meistertitel und HSV-Kapitän Mirko Köhler für die sächsische Torschützenkrone geehrt wurden. Das Ganze wurde begleitet von der Trommlergemeinde beider Vereine, die sich während der gesamten Veranstaltung quasi gegenübersitzend in nichts nachstanden. Handball wurde nach den Ehrungen allerdings auch noch gespielt und dies war letztlich wohl die Krönung einer starken Rückrunde der Zwönitzer, in der man nur vier Spiele verlor und womit am Ende der Saison doch noch ein respektabler Tabellenplatz 7 erarbeitet werden konnte. Denn das 27:27 (12:13)-Unentschieden gegen die Lausitzer musste man nicht unbedingt auf der Rechnung haben, noch viel weniger die Tatsache, dass man den Fans über 60 Minuten ein wahrlich sehenswertes Spiel anbieten konnte, in dem es stets knapp zuging und man das Duell zweier an diesem Tag gleichwertiger Mannschaften sah. Nur viermal lag eine der Mannschaften mit zwei Treffern in Front. Dreimal waren die 28-er beim 11:9 und 12:10 (27.) sowie beim 17:15 (39.) vorn, während dies dem Meister beim 23:21 (51.) aus seiner Sicht nur einmal gelang. Der Rest der 60 Minuten war das Spiegelbild des Endergebnisses. Ständig wechselte die Führung hin und her, womit das Remis sicherlich der gerechteste Ausgang war. "Mein Kompliment an die Mannschaft für diese kämpferische und spielerische Leistung", waren auch die zufriedenen Worte von Coach Frank Riedel in der sich nach dem Spiel anschließenden Pressekonferenz, in der sich unter der Moderation von Hallensprecher Uwe Bauer auch Gästetrainer Allonge sehr positiv über die Leistung der 28-er sowie über das Zwönitzer Umfeld äußerte.



Von Beginn an entwickelte sich das erwähnte spannende Spiel. Waren es in der ersten Viertelstunde die Gäste, die zumeist knapp vorn lagen, drehte sich dies danach bis zum Halbzeitsignal zugunsten der Parkettherren. Dass trotzdem der LHV noch mit einer knappen Führung in die Pause gehen konnte, lag eher an ein paar guten Chancen, die die Zwönitzer in den letzten Minuten vor der Halbzeit liegen ließen. Auch nach dem Kabinenaufenthalt ging es im zweiten Durchgang stets eng zu. Während die Gäste recht erfolgreich zelebrierten, die bekannt starke Zwönitzer 5:1-Defensive mit einem breiten Spiel über die Außenpositionen auszuhebeln, nervte insbesondere Mirko Köhler den Gästetorwart Eric Zeithamel mit seinen verdeckten, ansatzlosen Würfen aus dem Rückraum, die der ansonsten gut haltende Keeper meist erst realisierte, wenn der Ball bereits hinter ihm im Netz lag. Dass der Meister durchaus nicht gewillt war, Punkte herzuschenken zeigte dann die 50 Minute, als Conni Böhme im LHV-Dress den erfolgreichsten Zwönitzer Werfer per Schultercheck von den Beinen holte und so von den Unparteiischen vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde. In der spannenden Schlussphase legte "Hoywoy" nach dem 24:24 (55.) zwar immer wieder vor, jedoch konnte der HSV stets ausgleichen. Auch der Treffer zum 27:26 durch den erfolgreichsten Gästewerfer Robert Devantier etwa 20 Sekunden vor Ultimo reichte den Lausitzern letztlich nicht zum Sieg. Mario Köppa konnte vier Sekunden vor dem Schlusssignal nur noch auf Kosten eines Siebenmeters gestoppt werden und den fälligen Strafwurf versenkte Mirko Köhler zum letztlich hochverdienten 27:27-Unentschieden.
Zwönitz: Ranft, Stopp (1); Köppa (1), Kinder, F. Schuster (2), Martinek (2), Hartenstein (4), M. Schuster (2) Köhler (11/3), Süß, Sajenev (4), A. Schuster
7m: Zwönitz: 4/4 Hoyerswerda: 3/2
2min: Zwönitz: 7 Hoyerswerda: 1 Disqualifikation