Aue im Derby chancenlos
"Tja, wer hätte gedacht, dass das heute so eine klare Angelegenheit wird. Glückwunsch an unsere Männer", waren die vielsagenden Worte des Hallensprechers Uwe Bauer Sekunden nach dem Schlusssignal im Sachsenligaderby zwischen dem Zwönitzer HSV 1928 und dem EHV Aue II. In beeindruckender Manier dominierten die 28-er das Spiel über 60 Minuten und hätten auch noch höher gewinnen können als 29:23 (17:10), jedoch ließ man nach dem 27:17 (54.) in den Schlussminuten im sicheren Gefühl des Sieges deutlich - wenngleich verständlich - die Zügel schleifen. "Also was die Jungs heute grade in den ersten 20 Minuten gezeigt haben, war schon sensationell. Wir hatten das Spiel immer Griff", war auch Coach Frank Riedel restlos zufrieden mit seiner Mannschaft. Spätestens nach zehn Minuten war eigentlich jedem der gut 250 Zuschauer klar, dass es für die Auer an diesem Tage schwer werden würde, etwas zählbares mit nach Hause zu nehmen. Denn zu diesem Zeitpunkt stand es 6:0 für die Parkettherren.Von Beginn an agierte der HSV in der Defensive ungemein flink und konsequent. Die Offensive der Gäste hatte es so ungemein schwer, sich Chancen zu erarbeiten. Gelang dies doch einmal, stand dann noch ein Thomas Ranft im Zwönitzer Gehäuse, der dem EHV in der Anfangsphase die kleinen Minichancen abkaufte.



Im eigenen Angriff spielte Zwönitz die Auer stellenweise schwindlig. Ungemein variabel und gefährlich traf man von allen Positionen. Spätestens beim Treffer zum 12:3 (18.) konnte sicherlich jeder der Anwesenden davon ausgehen, dass es nach diesem Anfangsfeuerwerk sehr wahrscheinlich nur den HSV als Sieger geben wird, wenngleich der EHV bis zur Pause noch leicht verkürzte. Die kleine vorübergehende Aufholjagd des EHV ging zunächst auch zu Beginn der zweiten Hälfte weiter, als Zwönitz minutenlang teilweise in doppelter Unterzahl spielen musste. Bis zum 18:15 (37.) kamen die Gäste heran, danach allerdings waren die Parkettherren endlich wieder vollzählig und nahmen erneut Fahrt auf. Was immer Aues Trainer René Jahn auch an Abwehrvarianten probierte, die 28-er hatten stets die bessere Antwort, stabilisierten sich auch wieder in der Defensive und zog wie in Hälfte 1 auf und davon. "Zwönitz hat verdient gewonnen, wir waren heute einfach zu schwach", meinte der Gästecoach nach dem Spiel, welches bis in die Schlussphase ganz nach dem Geschmack einer begeisterten Fangemeinde war. Dem 18:15 folgte so ein weiteres 5:0 zum 23:15 (45.), was wohl endgültig für klare Verhältnisse sorgte. Auch danach blieb Zwönitz weiter am Drücker und schraubte den Abstand beim 27:17 (54.) auf zehn Tore in die Höhe. In den Schlussminuten ließ man dann aber doch ein wenig im Tempo nach, was die Gäste noch zu einer leichten Ergebniskosmetik nutzten.
Zwönitz: Ranft, Stopp; Köppa, Kinder, F. Schuster, Martinek (5/2), Hartenstein (5), M. Schuster (6), Köhler (8), Süß (1), A. Schuster, Sajenev (4)
7m: Zwönitz: 4/2 Aue: 3/2
2min: Zwönitz: 9 Aue: 6