Zwönitzer Handballer mit viel Herz gegen Tabellenzweiten

In einer sehenswerten Partie lieferten sich die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 am Wochenende mit dem Tabellenzweiten vom HC Einheit Plauen ein Klasseduell. Am Ende trennte man sich 25:25 (13:10)-Unentschieden, wobei die Gäste aus der Spitzenstadt dabei mächtig Dusel hatten. Denn nach dem 24:21 (55.) leisteten sich die 28-er in den Schlussminuten mit einem verworfenen Siebenmeter und zwei ungenutzten Kontern quasi das Auslassen dreier hundertprozentiger Chancen, von denen nur eine hätte genutzt werden müssen, um das Spiel zu gewinnen. So kam es, wie es kommen musste. Nachdem die Zwönitzer von den 60 Spielminuten 59 Minuten lang mit teilweise bis zu fünf Treffern in Führung lagen, musste man letztlich doch noch einen Zähler abgeben. "Die Mannschaft hat super gekämpft. Nur schade, dass wir bei den klaren Führungen den Kopf nicht oben behalten haben und Plauen immer wieder herankommen ließen", war auch Coach Frank Riedel mit dem Spiel seiner Mannschaft sehr zufrieden. Mit dieser starken Vorstellung im letzten Heimspiel der Hinrunde stellen die 28-er zumindest sicher, dass sie nach einer verkorksten, vom Verletzungspech gebeutelten Hinrunde auf keinem der Abstiegsplätze stehen und können nach der Weihnachtspause, wenn hoffentlich alle Spieler wieder fit sind, optimistischer in die Rückrunde gehen. Entscheidend dafür, dass die gut 200 Zuschauer wiedereinmal Grund zum Jubeln hatten, war zum einen die Rückkehr zur alten Stärke in der Defensive mit einem starken Torhütergespann Thomas Ranft/Sören Stopp. Man ließ nur 25 Plauener Treffer zu, was für die Gäste, die im Schnitt 31 Treffer erzielen der Negativrekord der Saison war. Zum anderen waren die Zwönitzer Angriffe nicht so ausrechenbar wie in vielen Spielen zuvor.

   


 

Hier kam von allen Positionen Gefahr, was sich auch in der Tatsache widerspiegelte, dass sich fast alle Spieler, die zum Einsatz kamen, in der Torschützenliste eintragen konnten. So spielten sich die Parkettherren blendend in die Partie. Mit der offensiven Abwehr der 28-er kamen die Gäste vom Anpfiff weg nur schwer zurecht. Zwar eröffneten die Plauener den Torereigen zum 0:1 aus Zwönitzer Sicht, danach jedoch musste Plauens Keeper Thomas Schüller sechs mal bis zum 6:1 nach zehn Minuten hinter sich greifen, ehe seine Vorderleute wiedereinmal trafen. Clever nutzte Plauen danach jedoch die Phase zwischen der 10. Und 20. Minute in mehrfacher Überzahl, um an den HSV wieder heranzukommen. Nach dem 10:10 (25.) trafen die 28-er aber glücklicherweise noch dreimal zum beruhigenderen 13:10-Pausenergebnis. Im zweiten Spielabschnitt wogte das Spiel hin und her. Am Gesamteindruck änderte sich wenig, denn die 28-er hatten Plauen weiterhin fest im Griff. Zwönitz zog mehrfach mit vier bis fünf Toren in Front, vermochte es jedoch leider nicht, die klaren Führungen zu verwalten. Das lag daran, dass phasenweise wunderschöne Spielzüge mit effektiver Chancenverwertung wieder mit zu schnell, unvorbereitet abgeschlossenen und damit erfolglosen Angriffen wechselten, was Plauen mit Kontern wieder heranbrachte. Fünf Minuten vor Ultimo hatten die Erzgebirgler beim 24:21 dennoch die eingangs erwähnten Trümpfe in der Hand, beide Pluszähler zu behalten, was letztlich aber wohl nicht sein sollte. Trotz des wohl insgesamt verlorenen Punktes meldete sich der HSV mit dieser Leistung wieder in der Sachsenliga zurück und man darf gespannt sein, was die 28-er in der Rückrunde mit hoffentlich wieder voller Kapelle noch alles zu bieten haben.

Zwönitz: Ranft, Stopp; Köppa (3), Kinder (3), F. Schuster (2), S. Köhler (1), Bär, Becher, M. Köhler (4/3), Süß, Brömmer (8), Sajenev (4)

7m: Zwönitz: 4/3 Plauen: 2/1

2min: Zwönitz: 7 Plauen: 5