Arbeitssieg durch ausgelassene Chancen
Einen hochverdienten, wenngleich knappen Sieg feierten die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 am Wochenende zuhause mit dem 27:25 (13:10)-Erfolg gegen den HVH Kamenz. Damit rücken die Erzgebirger in der Tabelle auf einen guten 8. Tabellenplatz vor und können immerhin darauf verweisen, in den bisher neun Rückrundenspielen sechsmal erfolgreich gewesen zu sein. "Wir müssen in der ersten Hälfte schon mit sieben oder acht Toren führen, dann kommen wir garnicht erst in diese gefährliche Situation", wertete Trainer Frank Riedel das Spiel mit Blick auf die 50. Minute, als der HVH, den man bis dahin überwiegend gut im Griff hatte, plötzlich zum ersten Mal seit Spielbeginn wieder mit 21:20 in Führung ging. Die Partie begann mit leichten Vorteilen für die Parkettherren. Schnell legten die Zwönitzer zum 3:1 vor. Danach ließ man aber bereits die ersten Chancen liegen, was die Gäste nutzten, um in der 10. Minute selbst mit 5:4 in Führung zu gehen. Es sollte jedoch für die Lessingstädter für lange Zeit der letzte positive Spielstand gewesen sein. Zwönitz drehte danach mächtig auf, ließ in der Abwehr mit einem guten Thomas Ranft im Gehäuse nicht mehr allzuviel zu und setzte sich allmählich ab. Dass die Hasselbacher beim 13:9 (29.) noch in relativer Reichweite waren, verdankten sie in dieser Phase ihrem Keeper Henry Schacht sowie fünf oder sechs Zwönitzer Bälle, die an Latte oder Pfosten landeten. Ein wenig unglücklich verlief auch der letzte Zwönitzer Angriff in Hälfte 1, als man beim 13:9 dreißig Sekunden Zeit hatte, mit fünf Treffern Vorsprung in die Pause zu gehen.



Viel zu früh wurde jedoch
erneut mit einem Pfostentreffer abgeschlossen und Kamenz erzielte per Konter
durch ihren besten Werfer Sven Schäfer mit allerdings gefühlten sechs Schritten
doch noch das 10:13 aus ihrer Sicht. Nichts für schwache Nerven war dann der
finale Verlauf von Durchgang 2. Bis zum 17:13 (37.) war noch alles weiter
im grünen Bereich. Danach allerdings war minutenlang Sand im Zwönitzer Angriffsgetriebe,
was die Ostsachsen mit vier Treffern in Folge zum 17:17-Ausgleich nutzten.
Der HSV fing sich zwar wieder, konnte aber den Gast trotz erneuter 19:17-Führung
nicht mehr abschütteln. Immer wieder ließ man das eigentlich durchschaubare
Spiel der Kamenzer über die Außenpositionen zu. So markierten Sven Schäfer
auf rechts und Danny Miehle auf links Außen am Ende zusammen 13 Treffer und
brachten ihre Mannschaft tatsächlich in der 50 Minute wieder mit 21:20 in
Front. Erinnerungen zum Vorjahr wurden wach, als der HSV ebenfalls die Partie
45 Minuten lang beherrschte, um am Ende noch zu verlieren. Glücklicherweise
aber sollte es diesmal besser laufen, nicht zuletzt, da der ins Zwönitzer
Gehäuse gekommene Sören Stopp seinen Vorgänger mit mehreren Paraden blendend
ersetzte. Knapp drei Minuten vor Ende der Partie lag Kamenz so beim 25:24
letztmalig in Führung. Danach machte das Zwönitzer Defensivbollwerk in der
Abwehr dicht. Tomas Martinek brachte den HSV per Konter wieder mit 26:25 in
Front. Auch der letzte Kamenzer Angriff wurde angefangen und so war es dem
erneut über 60 Minuten starken Mirko Köhler vorbehalten, eine Sekunde vor
dem Schlusssignal mit seinem zehnten Treffer den 27:25-Endstand zu erzielen.
Zwönitz: Ranft, Stopp; Köppa (1), Kinder (1), F. Schuster (4), Martinek (1), Hartenstein (6), M. Schuster (1) Köhler (10/1), Süß, Sajenev (3), A. Schuster
2min: Zwönitz: 1 Kamenz: 4
7m: Zwönitz: 1/1 Kamenz: 5/3