Die bislang in der aktuellen Oberligasaison vielfach gelobten Aufsteiger vom Zwönitzer HSV 1928 sind am Wochenende wieder hart auf dem Boden der Tatsachen gelandet. Mit viel Krampf insbesondere in der zweiten Hälfte verlor man beim bislang noch ohne Pluszähler dastehenden Schlusslicht vom SV Concordia Delitzsch II mit 26:30 (15:14) und vergab somit eine glänzende Ausgangsposition vor den letzten drei anstehenden schweren Spielen in 2009 auswärts in Freiberg bzw. Döbeln und zuhause gegen den SC DHfK Leipzig. Die mahnenden Worte von Coach Frank Riedel und aus dem Umfeld, das Juniorteam, das in den letzten Partien stets ansteigende Form nachwies, nicht zu unterschätzen, fanden nur in der Anfangsviertelstunde Gehör. Danach scheiterten man zunehmend an eigenen Disziplinlosigkeiten, am vorbildlichen Kampfgeist der Zweitligareserve und einem starken Japaner Inamoto im Gastgebertor, der insbesondere in den zweiten 30 Minuten serienweise die Würfe der Erzgebirgler parrierte. „Wenn meine Mannschaft meint, auch ohne die taktische Disziplin, die uns bisher stark gemacht hat, Spiele gewinnen zu können, wird sie ganz schnell merken, dass das heute nicht die letzte unnötige Pleite war", meinte ein sichtlich angefressener Coach Frank Riedel nach dem Spiel, das eigentlich ganz im Sinne der Erzgebirgler begann. Nach einem ersten Abtasten, das mit dem 2:2 nach 4 Minuten endete, machte der HSV zunächst Ernst. Sicher in der Abwehr und variabel im Angriff markierte man 5 Treffer in Folge zur 7:2-Führung (12.). So vielversprechend der Auftakt war, so unerklärlich war der danach plötzlich eintretende Hauruckhandball in der Offensive. Anstelle angesagter Kombinationen begann man schnell, unüberlegt und damit erfolglos abzuschließen - ein Mittel, das bereits im letzten Auswärtsspiel debakulös nach hinten losging. Auch die Delitzscher nutzten diese Einladungen und begannen nun zunehmend, ihr Heil in schnellen Tempogegenstößen zu suchen. Dabei tankte man sich - wenngleich körperlich unterlegen - wiederholt wieselflink und mit Tempo agierend im 1:1-Verhalten durch und kam so allmählich besser in die Partie. Dennoch blieb der Abstand bis zum 14:10 aus Zwönitzer Sicht noch komfortabel.

   


22.11.2009
Ohne Disziplin geht nichts
Concordia Delitzsch II : Zwönitzer HSV 1928 30:26 (15:14)

    

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Allerdings war die Sicherheit in der Defensive ebenso verschwunden wie insgesamt im Angriff. So nutzten die Gastgeber jetzt Lücken auf den Zwönitzer Halbpositionen oder spielten gekonnt ihre Außen frei, die ihre Chancen nun effektiv versenkten. So blieb zur Pause nur noch eine dünne 15:14-Führung und das Spiel war wieder offen. Trotz aller Erinnerungen in der Kabinenpredigt, mit Disziplin und überlegten Aktionen wieder ins Spiel zurückzufinden, sollten gerade die Anfangsminuten der zweiten Hälfte richtungsweisend für den Ausgang der Partie sein. Minutenlang ging im Angriff garnichts. Würfe mit der Brechstange und technische Fehler nutzten die Concorden zu erfolgreichen Kontern. Zwei Zeitstrafen taten ihr Übriges und so lagen die 28-er mit einem peinlichen 0:6-Fehlstart in Durchgang zwei nach 40 Minuten plötzlich 15:20 hinten. Danach nahm man zwar auch das Torewerfen wieder auf, konnte aber nicht entscheidend verkürzen. Zum einen rieb man sich in dieser Phase zu sehr an den Unparteiischen auf, die mit der einen oder anderen überharten Entscheidung gegen den HSV die Aufholjagd immer wieder jäh unterbrachen. Zum anderen brachte man aber viele Würfe einfach nicht im Tor der Gastgeber unter. Selbst gute Chancen wurden Beute des guten Keepers auf Seiten der Concorden. Erst beim 21:26 (51.) aus HSV-Sicht wurde es nocheinmal spannend. Mit dem Rücken zur Wand stehend gaben die Erzgebirgler in der Defensive nocheinmal alles. Und tatsächlich gelang es, die Gastgeber nocheinmal zu Offensivfehlern zu zwingen. Vier Treffer innerhalb drei Minuten brachte den HSV wieder auf 25:26 heran. Mit zwei weiteren Chancen hatten die Zwönitzer den Ausgleich vor Augen. Allein Keeper Inamoto versalzte mit nocheinmal vier gehaltenen Bällen in der Schlussphase endgültig die Suppe für die Gäste. Die Concorden banden letztlich mit drei Toren von den Außenpositionen den Sack zu und konnten sich am Ende über ihre ersten beiden Saison-Pluszähler freuen.
Zwönitz: Ranft, Stopp;
Terjung, Kinder (2), F. Schuster, Martinek (7/4), Vit (7/3), Hartenstein (3), M. Schuster (3), Köhler (3), A. Schuster, Sajenev (1)
2min: Delitzsch: 6 Zwönitz: 8 / 1 Disq. 7m: Delitzsch: 1/1 Zwönitz: 7/7