Mit einer faustdicken Überraschung starteten die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 am Wochenende in die Oberligaserie 2009/2010. Kaum einer der Eingeweihten in der sächsischen Handballszene hätte wohl den Erzgebirglern zugetraut, dass ihnen auswärts beim Vorjahressechsten HC Einheit Plauen ein Erfolg gelingt. Mit 30:24 (17:11) düpierte man die Spitzenstädter vor deren eigenem Publikum allerdings deutlich und auch in der Höhe völlig verdient. "Ich bin einfach nur sprachlos. Was die Mannschaft heute an Siegeswillen gezeigt hat war schon unglaublich", zollte Trainer Frank Riedel seinem Team höchstes Lob. Mit bereits vier Verletzten angereist dezimierte sich der dünne Kader des HSV im Verlaufe der Partie um weitere drei Spieler, da Tomas Martinek (10.) nach einem unglücklichen Abwehrversuch bei einem Konter, Karel Vit (40.) mit der dritten Zeitstrafe und Tony Kinder (44.) nach einer Rangelei gemeinsam mit dem Plauener Lukas Klima auf der Tribüne Platz nehmen mussten. Nachdem somit auch der 18-jährige Christian Becher sein Oberligadebüt feierte, war in der Schlussviertelstunde die Zwönitzer Wechselbank leer. Die Partie begann zwar mit einem 2:0 für die Einheimischen, allerdings waren die 28-er in diesem Spiel von der ersten Minute an hellwach und beantworteten den Auftakt mit zwei schönen Kontern und einem Klassetreffer von Tomas Martinek zur eigenen 3:2-Führung. Wenngleich die Disqualifikation gegen Martinek beim 6:5 für den HSV kurz nachwirkte und den Einheimischen mit drei Treffern in Folge wieder eine 8:6-Führung bescherte, spätestens ab der 15. Minute rissen die Erzgebirgler das Zepter wieder an sich. Nach dem 9:9 (20.) folgte die wohl schon spielentscheidende Phase der Partie. Während Plauen an der sehr offensiv ausgerichteten wieselflinken HSV-Abwehr oder an einem starken Thomas Ranft im Zwönitzer Gehäuse schier verzweifelte, gelang den Gästen 10 Minuten lang nahezu alles. Mit schönen Kontern, erfolgreichen Überraschungswürfen oder schönen Kombinationen spielte man den Gastgeber in dieser Phase in Grund und Boden und markierte acht Treffer in Folge zur 17:9-Führung.



20.09.2009
Auf dem Punkt topfit
HCE Plauen : Zwönitzer HSV 1928 24:30 (11:17)
Auch im zweiten Durchgang war die offensive Deckungsvariante weiter der Schlüssel zum Erfolg. Zwar versuchte der Gastgeber nocheinmal alles, konnte auch in der 37. Minute nocheinmal auf 16:19 verkürzen, aber insgesamt waren die wieselflinken HSV-er gegenüber den baumlangen Plauenern zumeist den entscheidenden Tick schneller. Im Angriff von allen Positionen gefährlich und torehungrig, zog Zwönitz somit wieder auf 23:17 davonzog. In den letzten 10 Minuten wirkte die Plauener Offensive gegen die auch konditionell präsenten Erzgebirgler zunehmend hilfloser. So konnte man noch einige Konter nachlegen, auf ein deutliches 30:22 (59.) erhöhen und nahm am Ende hochverdient Saisonpluszähler 1 und 2 mit zurück ins Erzgebirge. Einziger Wehrmustropfen war eine Verletzung von Keeper Sören Stopp, der sich bei einem parrierten Siebenmeter einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zuzog und den natürlich beste Genesungswünsche begleiten.
Zwönitz: Ranft, Stopp; Köppa, Kinder (3), F. Schuster (5), M. Schuster (4), A. Schuster (4), Sajenev, Martinek (1), Vit (5/3), Köhler (8/2), Becher
2min: Plauen: 4, 1 rot Zwönitz: 4, 3 rot 7m: Plauen: 7/4 Zwönitz: 5/4