Die x-fach zitierte Phrase wonach "der Pokal seine eigenen Gesetzte hat", gilt im Handball nur in recht eingeschränkter Form. Die Leistungsunterschiede zwischen den Spielklassen sind eben doch vehement, wie die wenigen Zuschauer bezeugen können, die am Sonntagmorgen den Weg in die Sachsenhalle gefunden haben. Die Gastgeberinnen spielen seit einem Jahr in der 1. Bezirksklasse und schafften dort sicher den Klassenerhalt, doch gegen die eine Klasse höher spielenden Zwönitzerinnen haben die Mädels um Trainer Swen Fricke heute nichts zu bestellen. Die ersten Minuten verlaufen ausgeglichen. Anne Werner trifft zweimal und Susann Thannhäuser gleicht für Chemnitz aus, doch dann dominieren die Gäste. Stephanie Hirsch schießt sich auf der linken Halbposition warm. Claudia Hartenstein zeigt im Tor ein sicheres Stellungsspiel und da die Koordination mit der Abwehr funktioniert, dauert es bis zur 22. Minute, ehe der Ball zum vierten mal im HSV-Tor landet. In der beachtlichen Zwischenzeit haben die Zwönitzerinnen bereits 9 weitere Treffer erzielt. Diese Torerfolge gehen dabei ausschließlich auf das Konto der beiden Halben, von den Außenpositionen findet nichts Zählbares den Weg in das Spielprotokoll. In der Schlussphase der ersten Halbzeit finden die Gastgeberinnen zur Erleichterung der wenigen Zuschauer etwas besser ins Spiel. Bis zum Pausenpfiff des Schiedsrichtergespannes Erik Baumann / Peter Stephan, die mit der fairen Begegnung keinerlei Probleme haben, verkürzt die SG Stahl Chemnitz auf 8-15. Den besseren Start in die zweite Hälfte haben die HSV-erinnen. Angriff auf Angrriff rollt gegen die brüchige Deckung der Chemnitzerinnen, die mit einer ungewöhnlichen Manndeckungvariante gegen Kreisläuferin Anja Piefke aufwarten. Susann Thannhäuser, die große Blonde mit der Nummer 6, folgt der Zwönitzer Kreisläuferin quer über alle Positionen.



13.09.2009
Klare Verhältnisse in Runde eins
SG Stahl Chemnitz : Zwönitzer HSV 1928 17:30 (8:15)
Übergeben entfällt somit, doch naturgemäß öffnen sich dadurch bemerkenswerte Lücken in der Mitte der Deckung, die Jana Schmiedel, Anne Werner und Stephanie Hirsch zu einfachen Torerfolgen ummünzen. Auch mit der klaren Führung im Rücken lassen die HSV-erinnen nicht nach. Linkshänderin Anne Werner erzielt das 19-8. Da ihre Wurfhandseite gedeckt ist, wirft sie den Ball zur eigenen Verblüffung und Erheiterung ihrer Mitspielerinnnen diesmal halt mit rechts ins Tor. Stephanie Hirsch schließt einen Gegenstoß konsequent ab und immer noch warten die Gastgeberinnen auf den ersten Treffer in der zweiten Halbzeit. Ramona Haase ist es schließlich, die per 7-Meter gegen Anja Günsel trifft. Die Zwönitzerinnen behalten ihre Freude am Torewerfen. Nachdem Anne Werner mit ihrem rekordverdächtigen 17. Treffer auf 29-14 erhöht hat, verweigert Anke Schmiedel zweimal den "Dreißiger", so dass ihre Schwester Jana schließlich mit einem Kontertor für den Schlusspunkt sorgt.
Zwönitz: Günsel, Hartenstein; Werner (17/3), Hirsch (8), J. Schmiedel (5), Dittmann, Oelschlägel, Piefke, A. Schmiedel, Richter, Meyer
Chemnitz: Kiolbassa, Peters; Kirsch (7/1), Haase (3), Tannhäuser (3/2), Schwarin (2) , Diehl (1), Kyak, Leitel, Tippmar, Ruft, Kunze
Zuschauer:
20
2-Minuten: Chemnitz, Zwönitz 2
7-Meter:Limbach 7/3, Zwönitz 4/3
Schiedsrichter: Erik Baumann/ Peter Stephan (SG Nickelhütte Aue / SV Schneeberg)
Rei.