Mit einer ihrer schwächsten Saisonleistungen verloren die Handballer des Zwönitzer HSV 1928 am Wochenende ihr zweites Heimspiel der aktuellen Oberligasaison. Nach einer zudem an Kopflosigkeit kaum zu toppenden Schlussphase zog man gegen den HVH Kamenz mit 22:26 (13:11) den kürzeren, wobei man in der 40. Minute noch 17:13 vorn lag und danach alle Trümpfe in der Hand hatte, den sprichwörtlichen Sack zuzubinden. Mit allerdings nur noch fünf Törchen in den letzten 20 Minuten, dafür aber nocheinmal 14 Fehlwürfen beraubte man sich dabei selbst des Erfolgs, wenngleich den Gästen bei ungewöhnlich vielen Pfostentreffern der HSV-er Fortune auch mächtig zur Seite stand. „Sicherlich ist es nahezu die Ausnahme, dass z. Bsp. Tomas Martinek nur 1 Tor macht, dafür aber 9mal Pfosten oder Latte trifft. Aber mich ärgert sehr viel mehr, dass die Mannschaft insgesamt nicht den Biss hatte wie sonst", ärgerte sich Coach Frank Riedel nach dem Spiel, das man eigentlich hätte gewinnen müssen. "Wir spielen nur deswegen eine gute Saison, weil wir es geschafft haben, fast in jedem Spiel ans Limit zu gehen. Das hat heute definitiv gefehlt und dort müssen wir schnellstens wieder hin", fügte er richtungsweisend hinzu. Die gesamte erste Hälfte verlief weitestgehend ausgeglichen. Der HSV lag zwar meist in Front, beim 9:6 (20.) sogar einmal mit drei Toren, jedoch vermissten die gut 250 Zuschauer die gewohnte Entschlossenheit gerade in der Defensive, mit der man sonst aufgewartet hatte und mit der man schon nach den ersten 30 Minuten sicherlich mit mehr als nur zwei Toren in Front gelegen hätte. So kamen die Gäste immer wieder zu vermeidbaren einfachen Treffern, wobei Sören Stopp im HSV-Gehäuse noch mehrfach glänzend parrierte, so u. a. bei zwei Siebenmetern.



13.02.2010
Zwönitzer Handballer besiegen sich selbst
Zwönitzer HSV : HVH Kamenz 22:26 (13:11)
In der Offensive zerrten zudem erste Pfostentreffer und ein wie im Hinspiel gut aufgelegter Gästekeeper Henry Schacht an den Nerven der HSV-er. Trotz allem glückten nach dem 11:11 (28.) noch zwei Treffer zu einer 13:11-Führung beim Pausentee. Den besseren Start in Hälfte zwei erwischten eigentlich die Zwönitzer. Beim 17:13 (40.) sah alles nach einem glücklichen Ende aus, jedoch sollte es anders kommen. Nur fünf Minuten später war der HVH nach einem Dreierpack - nur unterbrochen von teilweise kläglich vergebenen Großchancen des HSV - wieder auf 16:17 dran. Bis zum 21:20 legten die Erzgebirgler zwar weiter immer wieder knapp vor, jedoch war die erforderliche Sicherheit in der Defensive nicht vorhanden, was sich zunehmend in ungestümen, kopf- und damit erfolglosen Angriffsversuchen wie ein Virus auch in die Offensive ausbreitete. Nach der ersten Führung der Gäste zum 22:21 (55.) brachen in den letzten 5 Minuten bei den Zwönitzern dann nahezu alle Dämme. Mit Gewaltwürfen scheiterte man in der Schlussphase wiederholt an Gästekeeper Schacht, Pfosten oder Latte, insgesamt jedoch an den eigenen Nerven. Obwohl der in den letzten 10 Minuten eingewechselte Thomas Ranft noch einmal einen Siebenmeter und zwei weitere gute Kamenzer Chancen vereitelte, ging beim HSV nichts mehr. So markierten die Gäste dann doch noch die ko-Treffer Nummer 23, 24 und 25 und entschieden damit beim 25:21 (58.) die Partie. In den nächsten beiden Wochen und einem spielfreien kommenden Wochenende haben die 28-er nun genug Gelegenheit, das Geschehene aufzuarbeiten, um dann mit neuen Vorsätzen die schwere Aufgabe beim LHV Hoyerswerda in Angriff zu nehmen.
Zwönitz:
Stopp, Ranft;
Köppa (2), Kinder (1), F. Schuster, Martinek (1), Vit (8/3), Hartenstein (6),
M. Schuster (1), Sajenev (3), Franke, Becher
Siebenmeter : Zwönitz: 3/3 Kamenz: 4/1
2min: Zwönitz: 8 Kamenz: 5